



Im Jahr 1996 war Hubert Fleischmann, der Gründer und Vorsitzende des Ameisenschutzverein Hirschberg e.V. des Landkreises Schwandorf, in Zwiesel und bot eine Exkursion mit dem Thema "Die Hügelbauende Waldameise" an.
Da mir die kleinen Krabbler bei meinen Wanderungen immer wieder begegneten und ich eigentlich so gut wie nichts über sie wusste, war mir sofort klar, dass ich bei der Führung dabei war. Hubert hat mich so begeistert, dass ich mich sofort für den Lehrgang und die darauffolgende Prüfung des Ameisenhegers angemeldet habe.
Bei dem Lehrgang in Nabburg sind wir bei der Ameisenbestimmung mit den Ameisen (tote Tiere) wie mit rohen Eiern umgegangen. Das hat mich tief beeindruckt, da es doch eigentlich tote Tiere waren.
Die Prüfung war natürlich angespannt, aber im Nachhinein eher lustig. Neben mir saß eine hübsche Diplom Biologin, Frau Veronika Feuchtinger - heute die Vorsitzende des Ameisen Landesverbandes Bayern e.V.
Die Sehfähigkeit meines linken Auges hat sich während der Prüfung enorm erhöht, aber nicht nur, weil Frau Feuchtinger so gut aussah - sie wusste auch mehr.
Nach meiner (dank Veronika?) bestandenen Prüfung, habe ich versucht, mehreren hundert Bayerwaldgästen, aber auch Einheimischen den Wert und die Bedeutung der Hügelbauenden Waldameise zu vermitteln.
Zeit: Wenn ich einmal in Rente bin, habe ich vor, mich eine Woche lang täglich während der Besonnungsphase beobachtend vor einen Ameisenhügel der Formica Polictena zu setzen. Das Ergebnis könnte ein kleines Buch werden. Mit den Titel "Die kleinen Krabbler".
Info: Unsere Altvorderen wussten schon vor mehreren hundert Jahren, dass man dort, wo die Hügelbauende Ameise ihr Nest anlegt, keine Stallungen oder Schlafräume baut.
Warum? Die Hügelbauende Waldameise baut ihr Nest immer dort, wo Erdstrahlen sind, also in einer unruhigen Zone.
Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass der Schwabe a bissle a Ahnung von den Ameisen hat, wurde ich von einer Rabensteiner Familie mit Kleinkindern angesprochen. Ein Ameisenvolk der Art Formica polictena war bei der besagten Familie im Garten und die Kinder waren wenig begeistert von der versprühten Ameisensäure, die übrigens für das Auge sehr gefährlich werden kann. Somit stand eine Versetzung des Hügels an. Die Erlaubnis der Naturschutzbehörde wurde schnell erteilt.
Unter Berücksichtigung alles Gelernten wurde der Hügel versetzt. Überraschung: Da eine Hügelversetzung immer mehrere Fuhren beinhaltet, fiel mir bei der letzen Tour sofort auf, dass die kleinen Krabbler mit meinem Standort nicht zufrieden waren. Da die kleinen Krabbler aber nur ca. 10 m umzogen, war ich mit meiner Arbeit ganz zufrieden.
Ameisen im Bayerischen Wald: Ameisenexkursion, geführte Wanderung mit Ameisenheger Lothar Redemund zur hügelbauenden Waldameise